Viele Pferde wirken äußerlich gut bemuskelt und leistungsbereit. Dennoch zeigen sie Probleme bei der Tragfähigkeit, entwickeln Verspannungen oder verlieren mit der Zeit an Bewegungsqualität. Die Ursache liegt häufig nicht in mangelnder Muskelmasse, sondern in einem Bereich, der von außen kaum sichtbar ist: der Stabilisationsmuskulatur.
Diese tief liegenden Muskelgruppen spielen eine entscheidende Rolle für die Aufrichtung des Körpers, die Stabilisierung der Wirbelsäule und die Organisation von Bewegungen. Sie arbeiten unbewusst und sorgen dafür, dass das Pferd Belastungen effizient ausgleichen kann.
Funktioniert dieses System nicht optimal, müssen andere Muskelgruppen Aufgaben übernehmen, für die sie ursprünglich nicht vorgesehen sind. Dadurch entstehen Kompensationen, Überlastungen und langfristig häufig Probleme bei Tragfähigkeit, Beweglichkeit und Leistungsbereitschaft.
Im HORSE-bodyforming-Konzept nach Franz Grünbeck bildet die Stabilisationsmuskulatur deshalb eine zentrale Grundlage für gesunde Bewegungsentwicklung und langfristige Pferdegesundheit.
Die Stabilisationsmuskulatur besteht aus tief liegenden Muskelgruppen, deren Aufgabe darin besteht, Gelenke, Wirbelsäule und Rumpf zu stabilisieren.
Im Gegensatz zur Bewegungsmuskulatur erzeugt sie keine großen sichtbaren Bewegungen. Stattdessen sorgt sie dafür, dass Bewegungen überhaupt kontrolliert und effizient ausgeführt werden können.
Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören:
Besonders wichtig ist dabei, dass diese Muskelgruppen überwiegend unbewusst arbeiten. Sie können nicht gezielt angespannt werden wie beispielsweise die großen Bewegungsmuskeln.
Ihre Aktivierung erfolgt vor allem über Bewegungsreize, Körperwahrnehmung und die Arbeit des Nervensystems.
Dadurch nimmt die Stabilisationsmuskulatur eine Schlüsselrolle für die langfristige Gesundheit des Pferdes ein.
Viele Pferdebesitzer denken bei Muskulatur zunächst an sichtbare Muskelpartien wie Hals-, Rücken- oder Kruppenmuskulatur. Diese Muskeln gehören überwiegend zur sogenannten Bewegungsmuskulatur.
Ihre Aufgabe besteht darin, Kraft zu erzeugen und Bewegungen auszuführen. Sie ermöglichen Vorwärtsbewegung, Beschleunigung, Sprünge und Richtungswechsel. Gleichzeitig ermüden sie vergleichsweise schnell und benötigen ausreichend Regeneration.
Die Stabilisationsmuskulatur erfüllt hingegen eine völlig andere Aufgabe.
Sie liegt deutlich tiefer im Körper und sorgt dafür, dass Gelenke, Wirbelsäule und einzelne Körperabschnitte stabilisiert werden. Sie arbeitet nahezu permanent und bildet die Grundlage für Balance, Koordination und Tragfähigkeit.
Während die Bewegungsmuskulatur sichtbar arbeitet, bleibt die Arbeit der Stabilisationsmuskulatur meist verborgen.
Beide Systeme sind aufeinander angewiesen:
Fehlt diese Grundlage, entstehen häufig Kompensationen. Die Bewegungsmuskulatur übernimmt dann zunehmend Aufgaben der Stabilisation und wird dauerhaft überlastet.
Unsere heutigen Pferde unterscheiden sich deutlich von vielen Pferdetypen vergangener Generationen.
Durch moderne Zuchtprogramme wurden Pferde gezielt auf:
selektiert.
Diese Entwicklung bringt viele Vorteile mit sich. Gleichzeitig bedeutet mehr Beweglichkeit nicht automatisch mehr Stabilität.
Viele moderne Pferde verfügen über enorme Bewegungsfreiheit, besitzen jedoch weniger natürliche Grundstabilität als frühere Pferdetypen. Dadurch steigen die Anforderungen an Training und Bewegungsmanagement erheblich.
Werden diese Anforderungen nicht berücksichtigt, kann die Stabilisationsmuskulatur ihre Aufgaben nur eingeschränkt erfüllen.
Die Folge sind häufig:
Genau deshalb gewinnt die gezielte Förderung der Stabilisationsmuskulatur zunehmend an Bedeutung.
Eine eingeschränkt arbeitende Stabilisationsmuskulatur kann sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken.
Da sie für die Organisation und Stabilisierung von Bewegungen verantwortlich ist, entstehen bei einer Unterfunktion häufig weitreichende Folgen.
Mögliche Auswirkungen sind:
Besonders problematisch ist, dass viele dieser Veränderungen zunächst unauffällig verlaufen. Pferde kompensieren Defizite oft über lange Zeiträume hinweg und zeigen erst spät deutliche Symptome.
Einer der wichtigsten Zusammenhänge innerhalb des HORSE-bodyforming-Konzeptes besteht in der Verbindung zwischen Stabilisationsmuskulatur und Trageerschöpfung.
Kann die Stabilisationsmuskulatur ihre Aufgaben nicht ausreichend erfüllen, müssen größere Bewegungsmuskeln zunehmend Haltearbeit übernehmen.
Diese Muskeln sind jedoch nicht für dauerhafte Stabilisationsaufgaben ausgelegt.
Dadurch entstehen:
Mit der Zeit nimmt die Fähigkeit des Pferdes ab, den Reiter gesund und effizient zu tragen.
Aus diesem Grund gilt die Förderung der Stabilisationsmuskulatur als eine der wichtigsten Grundlagen für langfristige Tragfähigkeit und gesunde Bewegungsentwicklung.
Wer sich intensiver mit diesem Thema beschäftigen möchte, findet weitere Informationen auf unserer Seite zur Trageerschöpfung beim Pferd.
Eine funktionierende Stabilisationsmuskulatur arbeitet nicht isoliert. Sie steht in ständigem Austausch mit dem Fasziensystem und dem Nervensystem.
Faszien durchziehen den gesamten Körper und verbinden Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke miteinander. Sie übernehmen nicht nur mechanische Aufgaben, sondern enthalten zahlreiche Rezeptoren, die Informationen über Bewegung, Spannung und Körperhaltung an das Nervensystem weitergeben.
Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Informationsfluss zwischen Körper und Gehirn.
Das Nervensystem verarbeitet diese Informationen und entscheidet fortlaufend darüber, welche Muskelgruppen aktiviert werden müssen, um Stabilität und Bewegung zu gewährleisten.
Je präziser diese Kommunikation funktioniert, desto effizienter kann das Pferd seinen Körper organisieren.
Ist die Körperwahrnehmung eingeschränkt oder erhält das Nervensystem unzureichende Informationen, kann dies die Aktivierung der Stabilisationsmuskulatur beeinflussen. Das Pferd beginnt zu kompensieren und nutzt häufig weniger effiziente Bewegungsmuster.
Aus diesem Grund spielen Propriozeption, Körperwahrnehmung und neuronale Lernprozesse eine zentrale Rolle innerhalb des HORSE-bodyforming-Konzeptes.
Das Ziel besteht nicht darin, Bewegungen zu erzwingen, sondern dem Pferd neue Bewegungsmöglichkeiten anzubieten, die das Nervensystem verarbeiten und dauerhaft abspeichern kann.
Viele Trainingsansätze konzentrieren sich primär auf Kraftaufbau und Kondition.
Diese Faktoren sind wichtig, bilden jedoch nur einen Teil des Gesamtbildes.
Jede Bewegung beginnt im Nervensystem.
Bevor ein Muskel aktiv werden kann, muss das Gehirn Informationen über Körperhaltung, Gelenkstellung und Bewegungsrichtung erhalten und verarbeiten. Erst dann können koordinierte Bewegungen entstehen.
Deshalb reicht es häufig nicht aus, einzelne Muskelgruppen isoliert zu trainieren.
Nachhaltige Veränderungen entstehen dann, wenn das Pferd:
Genau deshalb nehmen Speicherpausen innerhalb des HORSE-bodyforming-Konzeptes einen wichtigen Stellenwert ein. Während dieser Verarbeitungsphasen integriert das Nervensystem neue Informationen und entwickelt Schritt für Schritt effizientere Bewegungsstrategien.
HORSE bodyforming verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Förderung von Bewegungsqualität, Tragfähigkeit und Körperorganisation.
Statt einzelne Muskeln isoliert zu trainieren, werden gezielt Voraussetzungen geschaffen, damit das Pferd seine Stabilisationsmechanismen wieder besser nutzen kann.
Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen:
Gezielte Reize unterstützen das Pferd dabei, seinen Körper bewusster wahrzunehmen und neue Bewegungsmöglichkeiten zu entdecken.
Durch funktionelle Bewegungsreize können koordinierte und ökonomische Bewegungsmuster gefördert werden.
Das Training unterstützt die Voraussetzungen dafür, dass die tief liegende Stabilisationsmuskulatur ihre ursprünglichen Aufgaben wieder besser erfüllen kann.
Das Pferd erhält die Möglichkeit, ungünstige Bewegungsmuster schrittweise durch effizientere Bewegungsstrategien zu ersetzen.
Die innerhalb des HORSE-bodyforming-Konzeptes entwickelten Trainingshilfen verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte und ergänzen sich gegenseitig.
Das Faszienrad unterstützt die Mobilisation verschiedener Körperbereiche und liefert dem Nervensystem neue sensorische Informationen. Dadurch können Körperwahrnehmung und Bewegungsqualität gefördert werden.
Der HORSE Bodyformer wurde entwickelt, um die Voraussetzungen für mehr Stabilität, Tragfähigkeit und funktionelle Bewegungsentwicklung zu schaffen. Besonders die ventrale Muskelkette steht dabei im Fokus.
Das Mobility Bridle unterstützt das Lernen in Bewegung und ermöglicht dem Pferd, neue Bewegungsmuster eigenständig zu entwickeln. Ziel ist eine bessere Balance zwischen Führung, Bewegungsfreiheit und Selbstorganisation.
Gemeinsam bilden diese Werkzeuge die Grundlage eines Trainingssystems, das weit über klassisches Muskeltraining hinausgeht und die Zusammenhänge zwischen Faszien, Nervensystem und Stabilisationsmuskulatur berücksichtigt.
Die Stabilisationsmuskulatur besteht aus tief liegenden Muskelgruppen, die Gelenke, Wirbelsäule und Rumpf stabilisieren. Sie bildet die Grundlage für Balance, Koordination und Tragfähigkeit.
Die Bewegungsmuskulatur erzeugt sichtbare Bewegungen und Kraft. Die Stabilisationsmuskulatur sorgt dafür, dass diese Bewegungen kontrolliert, effizient und gelenkschonend ausgeführt werden können.
Ohne ausreichende Stabilität kann das Pferd Bewegungen nicht optimal organisieren. Die Folge können Verspannungen, Kompensationen und langfristige Probleme bei Tragfähigkeit und Bewegungsqualität sein.
Eine eingeschränkte Stabilisationsfähigkeit kann dazu führen, dass andere Muskelgruppen dauerhaft Haltearbeit übernehmen müssen. Dadurch können Verspannungen und Überlastungen entstehen.
Die Stabilisationsmuskulatur hilft dabei, Wirbelsäule und Rumpf zu organisieren und Belastungen gleichmäßig zu verteilen. Sie bildet damit eine wichtige Grundlage für die gesunde Tragfähigkeit des Pferdes.
Da diese Muskelgruppen nicht bewusst angesteuert werden können, erfolgt ihre Aktivierung vor allem über gezielte Bewegungsreize, Körperwahrnehmung, Gleichgewicht und neuronale Lernprozesse.
Faszien verbinden Muskeln und Körperstrukturen miteinander. Sie liefern wichtige Informationen für die Körperwahrnehmung und beeinflussen damit auch die Aktivierung der Stabilisationsmuskulatur.
HORSE bodyforming ist ein von Franz Grünbeck entwickeltes neurointegratives Trainingskonzept, das funktionelle Anatomie, Faszientraining, Bewegungsentwicklung und neuronales Lernen miteinander verbindet.
Franz Grünbeck arbeitet seit über vier Jahrzehnten mit Pferden und beschäftigt sich intensiv mit funktioneller Anatomie, Bewegungsentwicklung und den Zusammenhängen zwischen Körper, Nervensystem und Verhalten.
Aus seiner langjährigen Arbeit entstand HORSE bodyforming – ein Trainingskonzept, das moderne Erkenntnisse aus Anatomie, Faszienforschung und neuronaler Bewegungsentwicklung miteinander verbindet.
Seine Bücher, Seminare und Trainingsprogramme verfolgen das Ziel, Pferde langfristig gesund, tragfähig und bewegungsfreudig zu erhalten.
Wenn Sie die Zusammenhänge zwischen Tragfähigkeit, Bewegung und Stabilität Ihres Pferdes besser verstehen möchten, empfehlen wir folgende Themen:
Diese Themen ergänzen sich und helfen dabei, die Ursachen von Bewegungsproblemen ganzheitlich zu betrachten.
Ein tragfähiges Pferd entsteht nicht allein durch Muskelaufbau. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Stabilisationsmuskulatur, Faszien, Nervensystem und Bewegung.
Wer die Grundlagen der Stabilität versteht und gezielt fördert, schafft wichtige Voraussetzungen für mehr Bewegungsqualität, Belastbarkeit und langfristige Gesundheit.
HORSE bodyforming verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der moderne Erkenntnisse aus Anatomie, Bewegungsentwicklung und neuronalem Lernen miteinander verbindet. Ziel ist ein Pferd, das sich effizient bewegt, Belastungen besser ausgleichen kann und langfristig Freude an der Bewegung behält.
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