Pferde können uns nicht sagen, wenn etwas nicht stimmt. Sie zeigen Schmerzen oft erst spät und sehr subtil. Deshalb liegt es an Ihnen, die Zeichen zu erkennen und richtig zu handeln. Dieses Wissen kann im Ernstfall Leben retten.
In diesem Ratgeber lernen Sie alles, was Sie als Pferdebesitzer über die Gesundheit Ihres Vierbeiners wissen müssen. Sie erfahren, wie Sie Krankheiten früh erkennen, welche Vorsorge wichtig ist und wann Sie den Tierarzt rufen sollten. Dabei verwenden wir einfache Worte und viele praktische Beispiele. Denn Pferdegesundheit muss nicht kompliziert sein.
Pferdegesundheit ist mehr als nur die Abwesenheit von Krankheiten. Ein gesundes Pferd ist körperlich fit, geistig ausgeglichen und sozial zufrieden. Es bewegt sich geschmeidig, frisst mit Appetit und zeigt Interesse an seiner Umgebung.
Stellen Sie sich einen Baum vor: Die Wurzeln sind die Grundbedürfnisse wie Futter, Wasser und Bewegung. Der Stamm ist die körperliche Verfassung. Die Krone mit ihren Blättern steht für das Wohlbefinden. Nur wenn alle Teile gesund sind, gedeiht der Baum. Genauso verhält es sich mit Ihrem Pferd.
Die Veterinärmedizin ist dabei Ihr wichtigster Partner. Sie umfasst alle tierärztlichen Maßnahmen zur Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten. Ein guter Tierarzt ist wie ein erfahrener Gärtner, der weiß, was Ihr Pferd braucht.
Die moderne Pferdemedizin verbindet klassische Tiermedizin mit ergänzenden Therapieformen. Neben konventionellen Behandlungen gewinnen Alternative Heilmethoden zunehmend an Bedeutung. Viele Tierärzte arbeiten heute integrativ und nutzen das Beste aus beiden Welten. Akupunktur, Physiotherapie und Osteopathie ergänzen die klassische Behandlung sinnvoll. Dieser ganzheitliche Ansatz betrachtet nicht nur einzelne Symptome, sondern das Pferd als Ganzes. Dadurch entstehen oft nachhaltigere Behandlungserfolge und das Wohlbefinden Ihres Pferdes wird umfassend gefördert.
Pferdegesundheit umfasst Körper, Geist und soziales Wohlbefinden
Vorsorge ist besser als Nachsorge
Der Tierarzt ist Ihr wichtigster Partner bei Gesundheitsfragen
Sie kennen Ihr Pferd am besten und bemerken Veränderungen zuerst
Die Gesundheit Ihres Pferdes ruht auf mehreren Bereichen. Jeder davon verdient Ihre Aufmerksamkeit. Vernachlässigen Sie einen, wirkt sich das auf alle anderen aus. Ähnlich wie bei einem Mobile: Gerät ein Teil aus dem Gleichgewicht, schwankt das ganze System.
Die richtige Fütterung ist die Basis für ein gesundes Pferd. Der Verdauungstrakt des Pferdes ist empfindlich und auf ständige, kleine Futtermengen ausgelegt. Langes Hungern kann zu ernsthaften Problemen führen.
Pferde sind von Natur aus Dauerfresser. In der freien Wildbahn grasen sie bis zu 18 Stunden täglich. Dieser Rhythmus bestimmt ihren gesamten Stoffwechsel. Deshalb braucht Ihr Pferd regelmäßig Raufutter wie Heu oder Stroh.
Eine Fehlernährung zeigt sich oft erst nach Monaten oder Jahren. Dann aber deutlich: Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen oder Mangelerscheinungen. Achten Sie daher von Anfang an auf hochwertiges Futter und die richtige Menge.
Pferde sind Bewegungstiere. Ihr Körper ist auf weite Strecken ausgelegt. Eine Box allein reicht nicht aus. Täglicher Auslauf und regelmäßiges Training halten Muskeln, Sehnen und Gelenke gesund.
Die Haltungsform beeinflusst die Gesundheit direkt. Offenstallhaltung mit viel Bewegung ist dem natürlichen Lebensraum am nächsten. Boxenhaltung erfordert mehr Ausgleich durch tägliche Bewegung. Egal welche Form Sie wählen: Ihr Pferd braucht soziale Kontakte zu Artgenossen.
Ein gestresstes Pferd wird schneller krank. Stress schwächt das Immunsystem und macht es anfällig für Infektionen. Pferde sind Herdentiere. Einzelhaltung ohne Sozialkontakt bedeutet enormen Stress.
Auch Überforderung beim Training oder ständiger Stallwechsel belasten die Psyche. Ein zufriedenes Pferd lebt länger und bleibt gesünder. Das ist wissenschaftlich belegt und zeigt sich in der Pferd-Mensch-Partnerschaft & Reiterliches Leben besonders deutlich. Eine harmonische Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Pferd wirkt sich positiv auf dessen Gesundheit aus. Pferde spüren, wenn ihr Mensch ihnen mit Respekt und Verständnis begegnet. Diese emotionale Verbindung stärkt das Vertrauen und reduziert Stress im Alltag. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die körperliche Gesundheit zu betrachten, sondern auch die mentale und soziale Komponente ernst zu nehmen.
Vorbeugen ist einfacher als heilen. Diese alte Weisheit gilt besonders für Pferde. Mit regelmäßiger Vorsorge vermeiden Sie viele Probleme von vornherein. Dabei geht es um mehr als nur den jährlichen Tierarztbesuch.
Impfungen schützen Ihr Pferd vor gefährlichen Infektionskrankheiten. Die wichtigsten sind Tetanus, Influenza und Herpes. Diese Krankheiten können tödlich verlaufen oder schwere Dauerschäden hinterlassen.
Tetanus entsteht durch Bakterien, die überall im Boden vorkommen. Schon eine kleine Wunde reicht für eine Infektion. Die Krankheit führt zu Muskelkrämpfen und endet oft tödlich. Die Impfung ist einfach und schützt zuverlässig.
Influenza ist die Pferdegrippe. Sie verbreitet sich schnell von Pferd zu Pferd. Besonders auf Turnieren oder in großen Ställen ist die Ansteckungsgefahr hoch. Geimpfte Pferde erkranken seltener und weniger schwer.
Die Grundimmunisierung erfolgt meist im Fohlenalter. Danach sind regelmäßige Auffrischungen nötig. Ihr Tierarzt erstellt einen individuellen Impfplan für Ihr Pferd. Turnierpferde haben oft strenge Impfvorschriften.
Die Impfintervalle variieren je nach Impfstoff und Verwendungszweck des Pferdes. Halten Sie den Impfpass immer aktuell und sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Tierarzt über die Impfungen und Prophylaxe.
Würmer sind bei Pferden häufig und können ernste Schäden anrichten. Sie siedeln sich im Darm an und entziehen dem Pferd wichtige Nährstoffe. Bei starkem Befall drohen Koliken, Abmagerung oder sogar Darmverschlüsse.
Die Entwurmung gehört zur Standardvorsorge. Früher wurde nach starrem Schema alle drei Monate entwurmt. Heute empfehlen Experten eine gezielte Entwurmung nach Kotuntersuchung. Dabei wird geprüft, ob und welche Würmer vorhanden sind.
Diese selektive Entwurmung hat Vorteile. Sie geben nur Medikamente, wenn nötig. Das schont den Körper Ihres Pferdes und verhindert Resistenzen. Resistenzen entstehen, wenn Wurmmittel zu oft eingesetzt werden und die Würmer unempfindlich werden.
Kotproben regelmäßig untersuchen lassen
Gezielt nach Befund entwurmen
Weideflächen sauber halten und Äpfel sammeln
Neue Pferde vor der Eingliederung entwurmen
Entwurmungsmittel nach Wurmart auswählen
Pferdezähne wachsen ein Leben lang nach. Das ist eine Anpassung an das ständige Mahlen von Gras und Heu. Doch in der Haltung nutzen sich die Zähne oft ungleichmäßig ab. Es entstehen scharfe Kanten und Haken.
Diese Zahnprobleme verursachen Schmerzen beim Kauen. Ihr Pferd frisst langsamer oder verliert Futter aus dem Maul. Manche Pferde wehren sich plötzlich gegen das Gebiss. Das sind typische Anzeichen für Zahnprobleme.
Die Zahnpflege beim Pferd umfasst regelmäßige Kontrollen und das Raspeln der Zähne. Ein spezialisierter Tierarzt oder Pferdedentist entfernt scharfe Kanten. Bei jungen Pferden müssen manchmal Milchzähne entfernt werden.
Einmal jährlich sollte ein Fachmann die Zähne kontrollieren. Bei älteren Pferden oder bekannten Problemen auch häufiger. Gute Zahnpflege verbessert die Futteraufnahme und damit die gesamte Gesundheit.
Der Huf ist das Fundament Ihres Pferdes. Ohne gesunde Hufe kann es nicht laufen. Der alte Spruch „Ohne Huf kein Pferd" stimmt heute noch genauso wie vor hundert Jahren.
Hufe wachsen ständig nach, ähnlich wie unsere Fingernägel. Sie müssen regelmäßig bearbeitet werden. Ohne Korrektur wachsen sie schief und das Pferd läuft falsch. Das belastet Gelenke und Sehnen.
Die Hufpflege und Hufbeschlag ist Aufgabe des Hufschmieds oder Hufpflegers. Alle sechs bis acht Wochen ist ein Termin fällig. Ob Ihr Pferd Eisen braucht oder barhuf laufen kann, hängt von vielen Faktoren ab. Der Untergrund, die Nutzung und die Hufqualität spielen eine Rolle.
Zwischen den Terminen reinigen Sie die Hufe täglich. Mit einem Hufkratzer entfernen Sie Dreck und Steine. Dabei kontrollieren Sie gleich auf Verletzungen oder Veränderungen. Ein gesunder Huf riecht neutral und fühlt sich fest an.
Auch bei bester Vorsorge kann Ihr Pferd krank werden. Je früher Sie Anzeichen erkennen, desto besser sind die Heilungschancen. Dafür müssen Sie wissen, was normal ist und was nicht.
Normalwerte zu kennen ist die Grundlage. Nur so erkennen Sie Abweichungen. Wie ein Thermometer für den Körper Ihres Pferdes zeigen sie Ihnen, ob etwas nicht stimmt.
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Vitalwert |
Normalbereich |
Wie messen? |
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Körpertemperatur |
37,5 – 38,2 °C |
Rektal mit digitalem Thermometer |
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Puls |
28 – 40 Schläge/Minute |
Unter dem Unterkiefer oder am Fesselkopf |
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Atmung |
8 – 16 Atemzüge/Minute |
Flanken beobachten oder Hand vor Nüstern |
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Kapilläre Füllungszeit |
1 – 2 Sekunden |
Zahnfleisch drücken, Entfärbung beobachten |
Messen Sie diese Werte regelmäßig in Ruhe. So lernen Sie, was für Ihr Pferd normal ist. Im Krankheitsfall können Sie dem Tierarzt dann genaue Angaben machen.
Kolik ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für Bauchschmerzen. Die Ursachen sind vielfältig: Verstopfung, Gasbildung, Darmverschlingung oder Vergiftung. Kolik ist bei Pferden häufig und kann lebensbedrohlich sein.
Die Anzeichen sind meist deutlich. Das Pferd ist unruhig, scharrt mit den Hufen und schaut zum Bauch. Es legt sich hin und steht wieder auf. Manche Pferde wälzen sich heftig. Das Futter bleibt unberührt.
Bei Kolikverdacht sofort den Tierarzt rufen. Bis er kommt, führen Sie das Pferd langsam. Nicht füttern oder tränken. Wälzen möglichst verhindern, da sich der Darm dabei verdrehen kann. Diese häufige Pferdekrankheit erfordert schnelles Handeln.
Lahmheit bedeutet, dass Ihr Pferd nicht normal läuft. Es schont ein Bein oder mehrere. Die Ursachen reichen von kleinen Steinchen im Huf bis zu ernsthaften Verletzungen. Lahmheiten erkennen ist eine wichtige Fähigkeit für jeden Pferdebesitzer.
Eine Vorderhandlahmheit erkennen Sie am Kopfnicken. Das Pferd hebt den Kopf, wenn das kranke Bein belastet wird. Bei Hinterhandlahmheit wippt die Kruppe zur gesunden Seite hoch. Führen Sie Ihr Pferd im Trab auf hartem Boden, um Lahmheiten zu sehen.
Nicht jede Lahmheit ist ein Notfall. Aber jede Lahmheit sollte ernst genommen werden. Ruhe, Kühlung und Schonung sind erste Maßnahmen. Bessert sich nichts innerhalb von ein bis zwei Tagen, muss der Tierarzt kommen.
Täglich die Beine abtasten und auf Wärme prüfen
Hufe regelmäßig auf Fremdkörper kontrollieren
Bewegung auf hartem Boden beobachten
Veränderungen im Gangbild notieren
Im Zweifel lieber einmal zu viel den Tierarzt fragen
Husten, Nasenausfluss oder erschwerte Atmung deuten auf Atemwegsprobleme hin. Stauballergie ist bei Stallpferden häufig. Schimmelsporen im Heu oder Stroh reizen die Atemwege dauerhaft.
Chronische Atemwegserkrankungen entwickeln sich schleichend. Anfangs hustet das Pferd nur beim Antraben. Später auch in Ruhe. Die Leistung lässt nach. Im Endstadium ist die Atmung dauerhaft erschwert.
Vorbeugung ist hier besonders wichtig. Staubarmes Heu, gute Stallbelüftung und regelmäßiger Weidegang schützen die Atemwege. Erkrankte Pferde brauchen oft lebenslang besondere Haltungsbedingungen.
Die Haut ist das größte Organ Ihres Pferdes. Sie zeigt oft als erstes, wenn etwas nicht stimmt. Mauke, Sommerekzem oder Pilzbefall sind verbreitete Probleme.
Mauke entsteht in der Fesselbeuge bei Nässe und Schmutz. Die Haut wird rissig und entzündet sich. Besonders im Herbst und Winter sind viele Pferde betroffen. Trockene, saubere Beine sind der beste Schutz.
Das Sommerekzem wird durch Insektenstiche ausgelöst. Betroffene Pferde scheuern sich Mähne und Schweif. Ekzemerdecken und Insektenschutz helfen, die Symptome zu lindern. Eine vollständige Heilung ist leider selten möglich.
Nicht jede Kleinigkeit erfordert sofort den Tierarzt. Aber manche Situationen dulden keinen Aufschub. Zu wissen, wann es eilig ist, kann Leben retten.
Bestimmte Symptome sind immer ein Notfall. Hier zählt jede Minute. Rufen Sie sofort den Tierarzt oder die Tierklinik an.
Koliksymptome: Unruhe, Wälzen, Scharren, zum Bauch schauen
Stark blutende Verletzungen
Atemnot oder bläuliche Schleimhäute
Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit
Plötzliche starke Lahmheit ohne erkennbare Ursache
Fieber über 39 °C
Verdacht auf Vergiftung
Augenverletzungen
Andere Veränderungen sind nicht sofort lebensbedrohlich. Trotzdem sollte ein Tierarzt innerhalb von ein bis zwei Tagen draufschauen.
Dazu gehören anhaltende Appetitlosigkeit, leichte Lahmheiten, die nicht besser werden, oder Verhaltensänderungen. Auch Schwellungen, auffälliger Nasenausfluss oder Durchfall über mehrere Tage sollten abgeklärt werden.
Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig. Ein guter Tierarzt nimmt Ihre Sorgen ernst und berät Sie auch telefonisch.
Neben der klassischen Tiermedizin gewinnen alternative Behandlungen an Bedeutung. Sie ersetzen den Tierarzt nicht, können aber sinnvoll ergänzen. Alternative Heilmethoden wie Akupunktur, Osteopathie oder Physiotherapie sind heute anerkannte Therapieformen.
Die Akupunktur stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin. Durch feine Nadeln an bestimmten Punkten werden Selbstheilungskräfte aktiviert. Bei chronischen Schmerzen oder Verspannungen zeigt sie oft gute Erfolge.
Die Pferde-Osteopathie behandelt Blockaden im Bewegungsapparat. Der Therapeut löst Verspannungen mit sanften Grifftechniken. Viele Pferde entspannen während der Behandlung sichtbar. Besonders nach Unfällen oder bei wiederkehrenden Problemen ist Osteopathie hilfreich.
Physiotherapie für Pferde arbeitet mit Massage, Dehnung und gezielten Übungen. Nach Verletzungen oder Operationen unterstützt sie die Rehabilitation. Auch gesunde Pferde profitieren von regelmäßiger Behandlung zur Vorbeugung.
Alternative Heilmethoden sollten immer von ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach Empfehlungen. Seriöse Therapeuten arbeiten mit dem Tierarzt zusammen, nicht gegen ihn.
Bis der Tierarzt kommt, können Sie oft selbst helfen. Grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse gehören zum Einmaleins der Pferdehaltung. Sie geben Ihnen Sicherheit in kritischen Situationen.
Eine gut ausgestattete Stallapotheke ist unerlässlich. Sie sollte immer griffbereit und vollständig sein. Kontrollieren Sie regelmäßig die Haltbarkeit der Produkte.
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Kategorie |
Inhalt |
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Verbandsmaterial |
Watte, Verbandwatte, elastische Binden, Klebeband |
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Wundversorgung |
Desinfektionsspray, Wundsalbe, sterile Kompressen |
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Instrumente |
Fieberthermometer, Schere, Pinzette, Einmalhandschuhe |
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Kühlung |
Kühlgel, Kühlbandagen, Eisbeutel |
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Sonstiges |
Elektrolyte, Hufverband, Abschwitzdecke |
Kleine Wunden können Sie selbst versorgen. Bei größeren Verletzungen leisten Sie Erste Hilfe, bis der Tierarzt kommt. Ruhe und Sicherheit stehen dabei an erster Stelle.
Pferd sichern und beruhigen. Ein aufgeregtes Pferd verletzt sich leicht zusätzlich.
Blutung beurteilen. Bei starker Blutung Druckverband anlegen und sofort Tierarzt rufen.
Wunde vorsichtig reinigen. Am besten mit klarem Wasser ausspülen.
Desinfektion auftragen. Geeignete Wundsprays verwenden.
Bei Bedarf steril abdecken. Lockerer Verband schützt vor Schmutz.
Wundheilung beobachten. Bei Entzündungszeichen Tierarzt informieren.
Diese Produkte bieten wir in unserem Shop für Sie an.Tiefe Wunden, Verletzungen an Gelenken oder Sehnen sowie Bisswunden gehören immer in tierärztliche Hände. Hier ist professionelle Versorgung wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.
Routine schützt vor bösen Überraschungen. Ein täglicher kurzer Check dauert nur wenige Minuten. Er hilft Ihnen, Veränderungen früh zu bemerken und gehört zu jeder verantwortungsvollen Pferd-Mensch-Partnerschaft & Reiterliches Leben.
Jeden Tag, wenn Sie zum Pferd kommen, schauen Sie es sich kurz an. Das geht schnell und wird bald zur Gewohnheit. Wie verhält es sich? Frisst es normal? Sind die Äpfel in Ordnung?
Beim Putzen tasten Sie den Körper ab. Schwellungen, Wärme oder empfindliche Stellen fallen dabei auf. Die Hufe reinigen Sie und kontrollieren auf Steinchen oder Risse. Die Beine streichen Sie von oben nach unten und prüfen auf Verdickungen.
Einmal pro Woche nehmen Sie sich mehr Zeit. Sie kontrollieren Augen, Ohren und Nüstern genauer. Die Schleimhäute im Maul sollten blassrosa und feucht sein. Der Blick ins Ohr zeigt, ob alles sauber ist.
Das Gewicht beobachten Sie durch Anschauen und Anfassen. Die Rippen sollten leicht fühlbar sein, aber nicht sichtbar. Eine Fettschicht über der Kruppe ist normal, sollte aber nicht zu dick werden.
Der Tierarzt kommt mindestens einmal im Jahr zur Kontrolle. Dann stehen Impfauffrischungen und ein allgemeiner Check an. Blutbild und Kotprobe geben zusätzliche Informationen über die innere Gesundheit.
Der Pferdedentist kontrolliert die Zähne. Der Hufschmied kommt alle sechs bis acht Wochen. Diese festen Termine tragen Sie am besten in einen Kalender ein, damit Sie nichts vergessen.
Gerade Einsteiger machen typische Fehler, die der Pferdegesundheit schaden. Viele davon lassen sich leicht vermeiden, wenn man sie kennt. Lernen Sie aus den Erfahrungen anderer.
Zu viel Kraftfutter ist einer der häufigsten Fehler. Pferde brauchen vor allem Raufutter. Hafer und Müsli sind Ergänzungen, keine Hauptnahrung. Übergewicht, Hufrehe und Stoffwechselerkrankungen sind oft die Folge falscher Fütterung.
Auch plötzliche Futterumstellungen schaden. Der Darm des Pferdes passt sich langsam an. Neues Futter muss über mehrere Tage eingeschlichen werden. Das gilt auch für den Weidegang im Frühling.
Zu wenig Bewegung schadet genauso wie Überforderung. Ein Pferd, das die Woche über steht, sollte am Wochenende nicht plötzlich stundenlang geritten werden. Das überfordert Muskeln, Sehnen und Herz.
Aufwärmen vor dem Training wird oft vergessen. Wie bei uns Menschen brauchen auch Pferde Zeit, um warm zu werden. Zehn Minuten Schritt zu Beginn schützen vor Verletzungen.
Viele Krankheiten beginnen mit kleinen Anzeichen. Ein leichtes Lahmen, das nach zwei Tagen wieder da ist. Ein Husten, der nicht aufhört. Gewichtsverlust trotz gleichem Futter. Solche Signale ernst zu nehmen, spart später viel Leid und Kosten.
Veränderungen dokumentieren und dem Tierarzt mitteilen
Lieber einmal zu viel nachfragen
Auf das eigene Bauchgefühl hören
Regelmäßige Vorsorge nicht aufschieben
Die Grundimmunisierung erfolgt bei jungen Pferden. Danach sind jährliche Auffrischungen für Tetanus und halbjährliche für Influenza bei Turnierpferden üblich. Ihr Tierarzt erstellt einen individuellen Plan basierend auf Haltung und Nutzung.
Die Kosten variieren je nach Umfang und Region. Ein einfacher Check mit Impfungen liegt meist zwischen 80 und 150 Euro. Zusätzliche Untersuchungen wie Blutbild oder Zahnbehandlung kosten extra.
Pferde zeigen Schmerzen subtil. Achten Sie auf Veränderungen: weniger Appetit, angespannte Gesichtsmuskeln, verändertes Verhalten, Isolation von Artgenossen oder eine andere Körperhaltung. Ein schmerzempfindlicher Bereich zeigt sich oft durch Abwehrreaktionen beim Berühren.
Gelegentliches Husten kann harmlos sein. Tritt es regelmäßig auf oder wird häufiger, sollten Sie die Atemwege untersuchen lassen. Stauballergie oder beginnende Atemwegserkrankungen zeigen sich oft zuerst so.
Eine Pferdehaftpflichtversicherung ist Pflicht. Sie deckt Schäden ab, die Ihr Pferd verursacht. Eine OP-Versicherung ist sehr empfehlenswert, da Operationen schnell mehrere tausend Euro kosten. Krankenversicherungen für die allgemeine Behandlung sind optional, aber bei wertvollen Pferden sinnvoll.
Pferdegesundheit und Veterinärmedizin sind große Themen. Doch die Grundlagen sind überschaubar. Mit regelmäßiger Vorsorge, aufmerksamer Beobachtung und dem richtigen Handeln im Notfall sind Sie gut aufgestellt.
Vorbeugen ist besser als heilen: Regelmäßige Impfungen, Entwurmung, Zahnkontrolle und Hufpflege verhindern viele Probleme.
Kennen Sie Ihr Pferd: Nur wenn Sie wissen, was normal ist, erkennen Sie Veränderungen früh.
Vitalwerte beherrschen: Temperatur, Puls und Atmung messen können ist Grundwissen für jeden Pferdebesitzer.
Notfälle erkennen: Kolik, starke Blutungen und Atemnot erfordern sofortiges Handeln.
Partner finden: Ein guter Tierarzt, Hufschmied und Zahnarzt sind Ihr Team für die Pferdegesundheit.
Beginnen Sie damit, die normalen Vitalwerte Ihres Pferdes zu ermitteln. Messen Sie mehrmals in Ruhe Temperatur, Puls und Atmung. Schreiben Sie die Werte auf. Dann haben Sie einen Vergleichswert für den Ernstfall.
Überprüfen Sie Ihre Stallapotheke. Ist alles vorhanden? Sind die Produkte noch haltbar? Wissen Sie, wie man sie anwendet? Im Notfall ist keine Zeit zum Suchen oder Nachdenken.
Erstellen Sie einen Jahreskalender mit allen wichtigen Terminen. Impfungen, Zahnkontrolle, Hufschmiedtermine und Entwurmungszeitpunkte. So vergessen Sie nichts Wichtiges.
Je besser Sie informiert sind, desto sicherer fühlen Sie sich im Umgang mit Ihrem Pferd. Und Ihr Pferd wird es Ihnen mit Gesundheit und Lebensfreude danken.
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