Auf der Weide grasen die Pferde friedlich nebeneinander. Alles sieht idyllisch aus. Doch was viele Pferdehalter nicht ahnen: Im Gras lauern unsichtbare Gefahren. Winzige Wurmlarven warten darauf, von Ihrem Pferd aufgenommen zu werden. Einmal im Körper angekommen, können sie erheblichen Schaden anrichten. Genau deshalb gehört die Entwurmung zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen in der Pferdehaltung.

Vielleicht stehen Sie gerade am Anfang Ihrer Reise als Pferdebesitzer. Oder Sie haben Ihr Pferd schon länger und möchten endlich verstehen, was hinter dem Thema Wurmkur steckt. Dieser Artikel erklärt Ihnen alles Schritt für Schritt. Sie erfahren, welche Parasiten Pferde befallen, wie Sie einen Befall erkennen und welche Methoden es gibt. Dabei bleiben wir verständlich und praxisnah.

Im Bereich der Pferdegesundheit und Veterinärmedizin nimmt die Parasitenbekämpfung eine zentrale Rolle ein. Denn ein Wurmbefall kann Ihr Pferd von innen heraus schwächen. Er betrifft die Verdauung, das Immunsystem und sogar die Organe. Deshalb lohnt es sich, dieses Thema gründlich zu verstehen.

Was bedeutet Entwurmung beim Pferd?

Eine Entwurmung ist die gezielte Beseitigung von Parasiten im Körper Ihres Pferdes. Stellen Sie sich das wie einen Frühjahrsputz vor. In Ihrer Wohnung sammelt sich über die Zeit Staub an. Bei Ihrem Pferd sammeln sich stattdessen Würmer und deren Larven im Darm und manchmal in anderen Organen an. Die Wurmkur wirkt wie ein gründlicher Reinigungsdurchgang, der ungebetene Gäste entfernt.

Der Fachbegriff für solche inneren Schmarotzer lautet Endoparasiten. Das Wort „endo" bedeutet „innen". Endoparasiten leben also im Inneren ihres Wirts und ernähren sich dort von Nährstoffen oder Gewebe. Pferde nehmen diese Parasiten hauptsächlich beim Grasen auf. Die winzigen Larven befinden sich auf Grashalmen und gelangen so in den Verdauungstrakt.

Vier wesentliche Aspekte sollten Sie zur Parasitenbekämpfung kennen. Erstens: Jedes Pferd trägt Würmer in sich, vollständige Wurmfreiheit gibt es nicht. Zweitens: Entscheidend ist die Menge der Parasiten, denn eine geringe Wurmlast ist normal. Drittens: Regelmäßige Kontrolle durch Kotproben ist der beste Schutz. Und viertens: Nicht jedes Pferd benötigt gleich häufig eine Wurmkur.

Welche Parasiten befallen Pferde?

Bevor Sie Ihr Pferd behandeln, hilft es, die Gegner zu kennen. Verschiedene Wurmarten besiedeln unterschiedliche Bereiche im Pferdekörper. Jede Art verursacht eigene Probleme und erfordert teilweise andere Wirkstoffe. Das klingt kompliziert, lässt sich aber gut einordnen.

Kleine Strongyliden – die häufigsten Übeltäter

Kleine Strongyliden sind die am weitesten verbreiteten Darmparasiten bei Pferden. Fast jedes Pferd auf der Weide kommt mit ihnen in Kontakt. Diese Würmer nisten sich in der Darmwand ein und können dort sogenannte Zysten bilden. Zysten sind eingekapselte Larvenstadien, die monatelang inaktiv bleiben können. Wenn viele Larven gleichzeitig aus der Darmwand schlüpfen, sprechen Tierärzte von einer larvalen Cyathostominose. Das kann zu schwerem Durchfall und sogar lebensbedrohlichen Zuständen führen.

Große Strongyliden – gefährlich, aber seltener

Große Strongyliden, primär Strongylus vulgaris, wandern durch die Blutgefäße des Darms. Diese Wanderung kann Blutgefäße schädigen und eine sogenannte thromboembolische Kolik auslösen. Dabei handelt es sich um eine Kolik, die durch verstopfte Blutgefäße entsteht. Durch konsequente Entwurmungsprogramme sind große Strongyliden in vielen Ställen selten geworden. Trotzdem bleiben sie ein ernstes Risiko.

Spulwürmer – besonders bei Fohlen

Spulwürmer, fachlich Parascaris equorum, sind vorwiegend für junge Pferde gefährlich. Sie können bis zu 40 Zentimeter lang werden. Bei einem starken Befall verstopfen sie mitunter den Darm. Ältere Pferde entwickeln meist eine gewisse Immunität dagegen. Weshalb Spulwürmer hauptsächlich bei Fohlen und Jungpferden eine Rolle spielen.

Bandwürmer, Magendasseln und weitere Parasiten

Bandwürmer siedeln sich am Übergang zwischen Dünn- und Dickdarm an. Sie können dort Entzündungen und Koliken verursachen. Magendasseln sind Larven der Dasselfliege. Die erwachsene Fliege legt ihre Eier am Fell des Pferdes ab, besonders an den Beinen. Das Pferd leckt die Eier auf, und die Larven entwickeln sich in der Magenschleimhaut. Ebenso gibt es Zwergfadenwürmer, Lungenwürmer und Oxyuren. Jede Art hat ihren eigenen Lebenszyklus, was die Bekämpfung anspruchsvoll macht.

Woran erkennen Sie einen Wurmbefall?

Ein Wurmbefall ist leider nicht immer offensichtlich. Viele Pferde zeigen erst bei einer starken Belastung deutliche Symptome. Dadurch bleibt ein Befall oft lange unentdeckt. Umso wichtiger ist es, die Warnsignale zu kennen und aufmerksam zu beobachten.

Typische Anzeichen für einen erhöhten Parasitenbefall sind:

  • Stumpfes, glanzloses Fell trotz guter Fütterung

  • Gewichtsverlust oder schlechte Gewichtszunahme

  • Wiederkehrender Durchfall oder wechselnde Kotkonsistenz

  • Aufgeblähter Bauch, besonders bei Fohlen

  • Verminderte Leistungsbereitschaft und Müdigkeit

  • Häufiges Schweifscheuern am Stall oder an Zäunen

  • Koliksymptome ohne erkennbare andere Ursache

Allerdings können viele dieser Symptome auch andere Ursachen haben. Gewichtsverlust tritt beispielsweise auch bei Zahnproblemen auf. Durchfall kann von Stress oder einer Futterumstellung kommen. Deshalb reicht das Beobachten allein nicht aus. Eine sichere Diagnose liefert nur die Kotprobenuntersuchung beim Tierarzt oder im Labor.

Merken Sie sich: Symptome geben Hinweise, aber keine Gewissheit. Die Kotprobe gibt Gewissheit. Wenn Sie bei Ihrem Pferd mehrere der genannten Anzeichen gleichzeitig bemerken, sollten Sie zeitnah handeln.

Methoden der Parasitenkontrolle im Überblick

In den vergangenen Jahren hat sich das Vorgehen bei der Parasitenbekämpfung grundlegend verändert. Früher war es üblich, alle Pferde im Stall mehrmals jährlich pauschal zu entwurmen. Heute weiß man, dass dieses Vorgehen Resistenzen fördert. Resistenz bedeutet, dass die Würmer unempfindlich gegen bestimmte Wirkstoffe werden. Vergleichen Sie es mit Bakterien, die gegen Antibiotika resistent werden. Dadurch wirken die Medikamente irgendwann nicht mehr.

Strategische Entwurmung

Bei der strategischen Entwurmung werden alle Pferde zu festgelegten Zeitpunkten im Jahr behandelt. Typisch sind zwei bis vier Behandlungen pro Jahr. Dieses Verfahren ist einfach umzusetzen und war lange der Standard. Der Nachteil: Pferde mit geringer Wurmlast werden unnötig behandelt. Das fördert die Resistenzentwicklung und belastet den Organismus des Pferdes ohne Grund.

Selektive Entwurmung – der moderne Ansatz

Die selektive Entwurmung ist heute der empfohlene Weg. Dabei wird vor jeder Behandlung eine Kotprobe untersucht. Nur Pferde mit einem erhöhten Parasitenbefall erhalten tatsächlich eine Wurmkur. Pferde mit niedriger Wurmlast bleiben unbehandelt. Das schont den Organismus und bremst die Resistenzentwicklung deutlich.

Der Ablauf der selektiven Methode ist klar strukturiert:

  1. Sammeln einer Kotprobe Ihres Pferdes

  2. Einsenden der Probe an ein Labor oder Abgabe beim Tierarzt

  3. Auswertung der Eizahl pro Gramm Kot (EpG-Wert)

  4. Entscheidung anhand des Ergebnisses: Behandlung ja oder nein

  5. Bei Behandlung: Auswahl des passenden Wirkstoffs

  6. Nachkontrolle durch erneute Kotprobe nach etwa 14 Tagen

Der EpG-Wert zeigt an, wie viele Wurmeier sich in einem Gramm Kot befinden. Ein Wert unter 200 EpG gilt allgemein als niedrig. Pferde mit Werten über 200 EpG erhalten eine Wurmkur. Dieser Grenzwert kann je nach Tierarztpraxis leicht variieren.

Welche Methode ist die richtige?

Für die meisten Pferdehalter ist die selektive Variante heute die beste Wahl. Sie spart Kosten für unnötige Medikamente. Sie schont die Darmflora Ihres Pferdes. Und sie hilft, die Wirksamkeit der vorhandenen Wirkstoffe langfristig zu erhalten. In Ställen mit vielen Pferden und wechselndem Bestand kann jedoch eine Kombination aus beiden Ansätzen sinnvoll sein. Besprechen Sie das am besten mit Ihrem Tierarzt.

Wirkstoffe und Präparate verstehen

Wurmkuren enthalten verschiedene Wirkstoffe. Nicht jeder Wirkstoff hilft gegen jede Wurmart. Deshalb ist es wichtig, das richtige Mittel zur richtigen Zeit einzusetzen. Stellen Sie sich das wie bei Reinigungsmitteln vor: Ein Glasreiniger hilft nicht gegen Kalkflecken in der Dusche. Genauso wirkt ein Wirkstoff gegen Strongyliden nicht unbedingt gegen Bandwürmer.

Die gängigen Wirkstoffgruppen bei Pferden sind:

Wirkstoffgruppe

Bekannte Wirkstoffe

Wirksam gegen

Benzimidazole

Fenbendazol, Mebendazol

Strongyliden, Spulwürmer

Makrozyklische Laktone

Ivermectin, Moxidectin

Strongyliden, Magendasseln, Spulwürmer

Pyrantel

Pyrantelembonat

Strongyliden, Spulwürmer

Praziquantel

Praziquantel (oft als Kombipräparat)

Bandwürmer

Gegen Bandwürmer hilft ausschließlich Praziquantel. Dieser Wirkstoff ist häufig als Kombinationspräparat zusammen mit Ivermectin oder Moxidectin erhältlich. Im Spätherbst oder Winter empfehlen Tierärzte oft ein solches Kombipräparat. Dadurch werden gleichzeitig Bandwürmer und Magendasseln bekämpft.

Ein wichtiger Hinweis: Wechseln Sie nicht wahllos zwischen Wirkstoffen hin und her. Ein systematischer Wirkstoffwechsel nach Plan ist sinnvoller als ein zufälliger. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über einen durchdachten Rotationsplan. So bleiben die Wirkstoffe langfristig wirksam.

Der richtige Zeitplan für die Parasitenkontrolle

Wann und wie oft Sie Ihr Pferd untersuchen oder behandeln sollten, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Jahreszeit spielt eine Rolle, das Alter des Pferdes und die Haltungsform ebenfalls. Ein Pferd im Aktivstall mit vielen Weidegenossen hat ein anderes Risiko als ein Pferd, das überwiegend in einer Box steht.

Ein bewährter Jahresplan für die selektive Parasitenkontrolle könnte so aussehen:

  • Frühjahr (März/April): Erste Kotprobe der Saison. Bei erhöhtem EpG-Wert Behandlung mit passendem Wirkstoff.

  • Sommer (Juni/Juli): Zweite Kotprobe. Besonders wichtig, da die Larvenentwicklung auf der Weide bei warmem Wetter am höchsten ist.

  • Herbst (September/Oktober): Dritte Kotprobe. Bei Bedarf Behandlung, eventuell mit Bandwurm-Wirkstoff.

  • Winter (November/Dezember): Gezielte Behandlung gegen Magendasseln und Bandwürmer. Dieser Termin erfolgt oft pauschal, da Kotproben für Dasseln nicht aussagekräftig sind.

Bei Fohlen und Jungpferden unter drei Jahren gelten abweichende Empfehlungen. Junge Pferde haben noch kein ausgereiftes Immunsystem und tragen oft höhere Wurmlasten. Sie benötigen in der Regel häufigere Kontrollen und Behandlungen. Besprechen Sie den genauen Plan mit Ihrem Tierarzt, der die individuelle Situation Ihres Pferdes kennt.

Übrigens hängt das Thema Parasitenkontrolle eng mit der Verdauungsgesundheit zusammen. Ein gesunder Darm kann mit einer geringen Wurmlast besser umgehen als ein vorbelasteter. Weshalb eine ausgewogene Fütterung und die Unterstützung der Darmflora indirekt auch die Parasitenabwehr stärken.

Die Kotprobenuntersuchung Schritt für Schritt

Viele Anfänger sind unsicher, wie eine Kotprobenuntersuchung genau abläuft. Dabei ist es deutlich einfacher, als die meisten denken. Sie benötigen weder Vorkenntnisse noch teure Ausrüstung. Lediglich ein wenig Überwindung und ein geeignetes Probengefäß.

So gehen Sie vor:

  1. Sammeln Sie frischen Kot Ihres Pferdes. Der Pferdeapfel sollte nicht älter als wenige Stunden sein.

  2. Entnehmen Sie von mehreren Stellen des Haufens jeweils eine kleine Menge. So erhalten Sie ein repräsentatives Ergebnis.

  3. Füllen Sie etwa eine handvoll Kot in ein sauberes, verschließbares Gefäß. Ein Plastikbeutel oder ein Probenröhrchen eignet sich gut.

  4. Beschriften Sie das Gefäß mit dem Namen Ihres Pferdes und dem Datum.

  5. Senden Sie die Probe möglichst schnell an Ihr Labor oder geben Sie sie beim Tierarzt ab.

  6. Warten Sie auf das Ergebnis und handeln Sie entsprechend.

Im Labor wird die Probe mit einem speziellen Flotationsverfahren untersucht. Dabei werden die Wurmeier in einer Salzlösung zum Schwimmen gebracht und unter dem Mikroskop gezählt. Das Ergebnis zeigt Ihnen den EpG-Wert und gibt oft auch Auskunft über die Wurmart. Auf Basis dieses Ergebnisses können Sie gemeinsam mit Ihrem Tierarzt die passende Maßnahme wählen.

Nach einer durchgeführten Wurmkur empfiehlt sich eine Erfolgskontrolle. Dafür senden Sie etwa zwei Wochen nach der Behandlung erneut eine Kotprobe ein. Dieser sogenannte Eizahlreduktionstest zeigt, ob der verwendete Wirkstoff tatsächlich gewirkt hat. Falls die Eizahl nicht deutlich gesunken ist, könnte eine Resistenz gegen den Wirkstoff vorliegen.

Praktische Tipps und hilfreiches Zubehör

Die richtige Durchführung einer Wurmkur erfordert etwas Vorbereitung. Das Medikament wird bei Pferden üblicherweise als Paste verabreicht. Diese Paste befindet sich in einer Dosierspritze, die direkt ins Maul eingeführt wird. Das Gewicht Ihres Pferdes bestimmt die Dosierung. Wiegen Sie Ihr Pferd nach Möglichkeit mit einer Pferdewaage oder schätzen Sie das Gewicht mithilfe eines Gewichtsmessbandes.

Hilfreiche Utensilien für die Parasitenvorsorge sind:

  • Kotproben-Sets: Fertige Entnahmesets mit Anleitung, Behälter und Versandmaterial

  • Gewichtsmessband: zur Bestimmung des ungefähren Körpergewichts

  • Dosierspritze: Im Wurmkur-Präparat enthalten, manchmal auch einzeln erhältlich

  • Aufbewahrungsbeutel: für die hygienische Probenentnahme

  • Dokumentationsheft: Zum Festhalten aller Untersuchungen und Behandlungen

Im Sortiment von Zentaur-Wellness.shop finden Sie ausgewähltes Zubehör rund um die Gesundheitsvorsorge Ihres Pferdes. Von Pflegeprodukten bis zu Wellness-Artikeln unterstützt der Shop Sie dabei, Ihr Pferd ganzheitlich zu versorgen. Denn Parasitenkontrolle ist nur ein Baustein. Die regelmäßige Pflege, eine durchdachte Fütterung und Bewegung gehören ebenso zum Wohlbefinden Ihres Pferdes.

Wenn Sie die Paste verabreichen, stellen Sie sicher, dass das Maul Ihres Pferdes leer ist. Reste von Heu oder Kraftfutter führen dazu, dass das Pferd die Paste samt Futter ausspuckt. Führen Sie die Spritze seitlich in die Maulhöhle ein, etwa in den Bereich der zahnlosen Lade. Drücken Sie die Paste zügig aus und halten Sie den Kopf des Pferdes kurz leicht angehoben. So schluckt es die Paste herunter, anstatt sie fallen zu lassen.

Häufige Anfängerfehler bei der Wurmkur

Auch mit den besten Absichten passieren Fehler. Besonders Anfänger tappen in einige typische Fallen. Wer diese kennt, kann sie leicht vermeiden. Die folgenden Punkte tauchen in der Praxis immer wieder auf.

Fehler 1: Pauschale Entwurmung ohne Kotprobe. Viele Pferdehalter verabreichen routinemäßig alle drei Monate eine Wurmkur. Ohne vorherige Kotprobe behandeln Sie möglicherweise ein Pferd, das gar keinen erhöhten Befall hat. Das belastet den Darm und fördert Resistenzen. Besser: Erst testen, dann behandeln.

Fehler 2: Falsche Dosierung. Eine Unterdosierung ist gefährlicher, als viele denken. Wenn nicht genug Wirkstoff im Körper ankommt, überleben die widerstandsfähigsten Würmer. Genau diese geben ihre Resistenz an die nächste Generation weiter. Schätzen Sie das Gewicht Ihres Pferdes lieber etwas großzügiger als zu niedrig.

Fehler 3: Keine Erfolgskontrolle. Nach der Behandlung gehen viele davon aus, dass das Medikament gewirkt hat. Ohne eine Kontrollprobe wissen Sie das aber nicht sicher. Der Eizahlreduktionstest nach 14 Tagen gibt Gewissheit und deckt eventuelle Resistenzen auf.

Fehler 4: Weidemanagement vernachlässigen. Die Wurmkur allein reicht nicht aus. Wenn Ihr Pferd auf einer stark mit Larvenstadien belasteten Weide grast, infiziert es sich sofort wieder neu. Regelmäßiges Absammeln von Pferdeäpfeln auf der Weide reduziert den Infektionsdruck erheblich. Das ist mühsam, aber wirksam.

Fehler 5: Alle Pferde im Stall gleich behandeln. Jedes Pferd hat eine individuelle Wurmlast. Manche Pferde gelten als „starke Ausscheider" und tragen deutlich mehr Parasiten als andere. Durch individuelle Kotproben erkennen Sie, welches Pferd tatsächlich behandelt werden muss.

Wie hängt die Entwurmung mit anderen Gesundheitsthemen zusammen?

Die Parasitenbekämpfung steht nicht isoliert da. Sie ist eng mit anderen Bereichen der Pferdegesundheit und Veterinärmedizin verknüpft. Ein Wurmbefall beeinflusst das gesamte Wohlbefinden Ihres Pferdes. Umgekehrt stärkt eine gute allgemeine Gesundheit die Abwehr gegen Parasiten.

Der Zusammenhang mit der Verdauungsgesundheit ist offensichtlich. Würmer leben im Darm und schädigen die Darmschleimhaut. Das beeinträchtigt die Nährstoffaufnahme und kann das empfindliche Gleichgewicht der Darmflora stören. Ein Pferd mit angegriffener Darmflora verdaut sein Futter schlechter. Es nimmt weniger Vitamine und Mineralien auf. Dadurch leidet das Immunsystem, was wiederum den Parasitenbefall begünstigt. Ein Teufelskreis entsteht.

Auch zur Kolik-Prophylaxe besteht ein direkter Zusammenhang. Bestimmte Wurmarten, vorwiegend große Strongyliden und Bandwürmer, können Koliken auslösen. Koliken gehören zu den häufigsten Pferdekrankheiten und können im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein. Eine konsequente Parasitenkontrolle ist deshalb immer auch eine Form der Kolikvorbeugung.

Darüber hinaus beeinflusst ein Wurmbefall die Wirksamkeit von Impfungen. Ein geschwächtes Immunsystem reagiert unter Umständen weniger stark auf Impfstoffe. Weshalb Tierärzte empfehlen, bei der Impfplanung auch den Parasitenstatus im Blick zu behalten. Die Impfungen und die Parasitenvorsorge sollen in der Prophylaxe zusammen gemacht werden.

Nicht zuletzt spielen die Hufpflege und das allgemeine Stallmanagement eine Rolle. Saubere Ställe, gut gepflegte Weiden und eine hygienische Fütterung senken den Infektionsdruck. Dadurch kommen Ihre Pferde mit weniger Wurmlarven in Kontakt. Alle diese Bereiche greifen wie Zahnräder ineinander.

Weidemanagement als Teil der Vorsorge

Sie können die weltweit beste Wurmkur einsetzen. Wenn die Weide voller Wurmlarven ist, steckt sich Ihr Pferd am nächsten Tag wieder an. Deshalb gehört ein durchdachtes Weidemanagement untrennbar zur Parasitenvorsorge.

Effektive Maßnahmen auf der Weide umfassen:

  • Pferdeäpfel absammeln: Idealerweise alle zwei bis drei Tage. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme zur Reduktion der Larvenlast.

  • Wechselbeweidung: Lassen Sie Flächen ruhen oder beweiden Sie sie abwechselnd mit anderen Tierarten wie Rindern oder Schafen. Diese nehmen Pferdelarven auf, ohne selbst zu erkranken.

  • Besatzdichte beachten: Zu viele Pferde auf zu wenig Fläche erhöhen den Parasitenkreislauf erheblich.

  • Geilstellen meiden: Pferde meiden von Natur aus die Bereiche, an denen sie Kot absetzen. Werden sie jedoch auf engem Raum gehalten, bleibt ihnen keine Wahl.

  • Mahd und Nachmähen: Regelmäßiges Mähen der Weide verteilt den Kot und setzt die Larven dem UV-Licht und der Austrocknung aus.

Diese Maßnahmen kosten Zeit und Mühe. Langfristig sparen sie jedoch Tierarztkosten und schützen die Gesundheit Ihrer Pferde. Ein sauberes Weidemanagement und die gezielte Behandlung nach Kotprobe ergänzen sich ideal. Zusammen bilden sie ein starkes Schutzkonzept gegen Parasiten.

Häufig gestellte Fragen rund um die Wurmkur

Wie oft sollte ich mein Pferd entwurmen?

Das hängt von der gewählten Methode ab. Bei der selektiven Methode bestimmt die Kotprobe, ob eine Behandlung nötig ist. In der Regel werden drei bis vier Kotproben pro Jahr empfohlen. Eine pauschale Winterbehandlung gegen Magendasseln und Bandwürmer kommt oft hinzu. Sprechen Sie den genauen Plan immer mit Ihrem Tierarzt ab.

Kann ich mein Pferd auch ohne Tierarzt entwurmen?

Wurmkuren sind in Deutschland apothekenpflichtig. Sie benötigen kein Rezept, aber der Kauf erfolgt über Apotheken oder tierärztliche Hausapotheken. Die Verabreichung dürfen Sie selbst durchführen. Die vorherige Beratung durch einen Tierarzt ist dennoch dringend empfehlenswert. Besonders die Wahl des Wirkstoffs und die Dosierung erfordern Fachwissen.

Was kostet eine Kotprobenuntersuchung?

Die Kosten für eine Kotuntersuchung liegen je nach Labor zwischen 15 und 35 EUR pro Probe. Ein Bandwurmtest kann etwas teurer sein. Verglichen mit dem Preis einer unnötigen Wurmkur und den möglichen Folgekosten eines unentdeckten Befalls ist die Investition überschaubar und lohnenswert.

Mein Pferd spuckt die Paste aus. Was kann ich tun?

Stellen Sie sicher, dass das Maul frei von Futterresten ist. Führen Sie die Spritze seitlich ein, nicht frontal. Platzieren Sie die Paste möglichst weit hinten auf der Zunge. Halten Sie den Kopf danach kurz hoch. Manche Pferdebesitzer bestreichen die Spritze vorher mit etwas Apfelmus, damit das Pferd den Geschmack besser annimmt. Übung und Ruhe helfen am meisten.

Können Würmer vom Pferd auf den Menschen übergehen?

Einige Pferdeparasiten können theoretisch auch den Menschen befallen. Das Risiko ist bei normaler Hygiene jedoch sehr gering. Waschen Sie sich nach dem Kontakt mit Pferdemist gründlich die Hände. Kinder sollten nicht in der Nähe von Pferdeäpfeln spielen. Im Alltag besteht bei vernünftigem Umgang kein nennenswertes Risiko.

Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte für Einsteiger

Sie haben nun einen umfassenden Überblick über die Parasitenvorsorge bei Pferden gewonnen. Lassen Sie uns die zentralen Einsichten noch einmal bündeln. So behalten Sie den Überblick und wissen genau, worauf es ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Jedes Pferd trägt Würmer: Vollständige Wurmfreiheit ist weder möglich noch nötig. Entscheidend ist, die Wurmlast auf einem unschädlichen Niveau zu halten.

  2. Kotprobe vor Behandlung: Die selektive Entwurmung nach Kotprobenuntersuchung ist der heutige Standard. Sie schont das Pferd und bremst die Resistenzentwicklung.

  3. Richtiger Wirkstoff zur richtigen Zeit: Nicht jeder Wirkstoff wirkt gegen jede Wurmart. Die Wahl des Präparats sollte gezielt erfolgen und im Winter Magendasseln sowie Bandwürmer einschließen.

  4. Dosierung ernst nehmen: Unterdosierung fördert Resistenzen. Ermitteln Sie das Gewicht Ihres Pferdes möglichst genau und dosieren Sie im Zweifel eher großzügig.

  5. Weidemanagement gehört dazu: Regelmäßiges Absammeln von Pferdeäpfeln reduziert den Infektionsdruck auf der Weide erheblich. Die Wurmkur allein reicht nicht.

Als nächsten Schritt empfehle ich Ihnen, Kontakt mit Ihrem Tierarzt oder einem spezialisierten Labor aufzunehmen. Lassen Sie eine erste Kotprobe untersuchen und besprechen Sie gemeinsam einen individuellen Parasitenvorsorgeplan. Informieren Sie sich außerdem über die Haltungsformen in Ihrem Stall und optimieren Sie das Weidemanagement, soweit es Ihnen möglich ist.

Die Pferdegesundheit und Veterinärmedizin umfasst viele Bausteine. Die Parasitenvorsorge ist eine der wichtigsten davon. Mit dem Wissen aus diesem Artikel sind Sie bestens gerüstet, um fundierte Entscheidungen für Ihr Pferd zu treffen. Denn wer die Zusammenhänge versteht, handelt sicherer und bewusster. Und genau davon profitiert am Ende Ihr Pferd.